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Arbeitsunfälle durch Alkohol-, Drogen- und Medikamentenmissbrauch und durch Schläfrigkeit

Die Leistungsfähigkeit im Beruf wird durch den Missbrauch von Alkohol, Drogen oder Medikamenten und durch Übermüdung negativ beeinflusst. Untersuchungen lassen vermuten, dass sich etwa 15% bis 25% aller Arbeitsunfälle unter Alkoholeinfluss ereignen und mindestens 10% aller tödlichen Betriebsunfälle mit dem Konsum von Alkohol in Verbindung stehen. Zur Rolle von Schläfrigkeit bei Arbeitsunfällen exitieren derzeit keine statistischen Zahlen, die EU geht aber davon aus, dass Schläfrigkeit bei ca. 10 bis 25% aller Verkehrsunfällen eine Rolle spielt.  

 
Keine Untersuchungen der Arbeitnehmer ohne Zustimmung

Die Untersuchung von Arbeitnehmern auf Suchtmittelmissbrauch bewegt sich in Deutschland in dem rechtlichen Spannungsfeld zwischen den grundgesetzlich garantierten Persönlichkeitsrechten und der Notwendigkeit des Schutzes vor gesundheitlichen Gefährdungen am Arbeitsplatz. Betriebliche Maßnahmen gegen Alkohol- oder Drogenmissbrauch sind laut Gesetz ein Bestandteil des präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutzes, der in der gemeinsamen Verantwortung des Arbeitgebers, des Betriebsrates und des Mitarbeiters liegt. Generell können Mitarbeiter nicht ohne Verdacht auf Substanzmissbrauch kontrolliert werden, für verschiedene Branchen existieren aber berufsgenossenschafliche Vorschriften oder Grundsätze.

 

Internationale Unterschiede

Im Europäischen Maßstab gibt es erste Ansätze, das Thema „Arbeitsplatzkontrollen“ oder „Workplace Testing“ einheitlich zu regeln. Noch existieren aber signifikante Unterschiede innerhalb Europas bzw. zu den USA und Australien. Während in den USA, in Australien und auch in Großbritannien seit vielen Jahren verbindliche Rechtsvorschriften für Kontrollen auf Alkohol und Drogen etabliert sind, steckt das „Workplace Testing“ in Deutschland noch in den Anfängen.